Weindorf Meddersheim

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Das Weindorf Meddersheim liegt inmitten der sogn. Sobernheimer Talweitung  fast am westlichen Ende des Weinbaugebietes Nahe. Durch den Wind- und Regenschatten der nach Norden und Westen hoch aufragenden Berge des Hunsrücks und des Saar-Nahe-Berglandes kennzeichnet ein trocken -warmes Subklima dieses Tal. Jahresdurchschnitttemperatur 10,5°C  -Niederschlag  560l / m²

 In Sichtweite unserer Weinberge lebte im 11. Jahrhundert Hildegard von Bingen auf dem Disibodenberg am östlichen Talende. Schloß Dhaun, die Stammburg  der Rhein- und Wildgrafen von Salm-Dhaun, bietet vom Bergsporn des westlichen Tal-Endes her wunderschöne Impressionen der abwechslungsreichen Landschaft.

Im 18. Jahrhundert machte der „Jäger aus Kurpfalz direkt in nördlicher Nachbarschaft im Soonwald von sich reden. Die angebotenen Weine wachsen im Meddersheimer Rheingrafenberg in den verschiedenen Bodenbildungsstufen des sogenannten Oberrotliegenden.  Dieser zumeist sehr karge Boden ist unter wüstenähnlichen Bedingungen aus Sedimenten  oder Bruchstücken aus den Gesteinen der Erdzeitalter Devon, Karbon und Perm im Erdaltertum vor 400-150Mio. Jahren entstanden. (Das Deat-Valley in der Sierra Nevada USA zeigt gleiche Bedingungen).

Je nach Feuchtigkeit und Sonnenstand leuchten diese Böden von Graurosa bis strahlend rot-violett oder rotbraun.  Die Böden zeigen im oberen Hangbereich Steingehalte von bis zu 65% Attribute von Rebenhölle drängen sich im Sommer auf. Die Gesteinsböden erhitzen sich sehr schnell auf Bodentemperaturen von bis zu 60°C. So leicht sie sich erhitzen, so schnell kühlen sie auch wieder ab.  Es ist dieser unglaublich schnelle Wechsel der Wachstumsbedingungen, feucht – trocken, heiß und kühl, die unserem Riesling das besondere etwas geben.

 Von vegetativen Duftnuancen ( frisches Gras, grüner Apfel) über Beerendüfte und „Gelbfruchtaromen“ (Aprikose, Pfirsich aber auch Citrus) bis hin zu Tropenfrüchten (Annanas, Marakuja u.a.) bieten  die Rieslingweine hier immer wieder erstaunliche „Nasen“      Mit eher schlankem Körper und anregenden, oft pikanten oder auch markante Fruchtsäuren ergeben sich wunderschöne Duft- und Geschmacksharmonien.

 Unsere Rieslingweine sollten nicht zu kühl verkostet oder genossen werden, da sich  dann die zarten Düfte nicht entfalten können. Eine kleine Weile im Glas bewegt entfalten sie sich besonders gut. Der Weinausbau erfolgt in kleinen und großen Eichenholzfässern, Edelstahl- und Kunststofftanks. Es kommen nur zugelassene Hilfsmittel zum Einsatz die unabdingbar notwendig sind. 

Im Laufe des Berufsleben bin ich von der einst in der Fachausbildung (staatl. gepr .Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft und Winzermeister) erlernten sehr technischen Weinbereitung wieder zu den traditionellen eher archaischen Weinausbaumethoden der Vorväter übergegangen. „kontrolliertes Nichtstun“ .

Eine nahtlose Weinan- und Ausbautradition  von rund 10 Generationen hält viel überliefertes Wissen und Fertigkeiten bereit. Wir betreiben einen naturnahen, umweltschonenden Weinbau mit hohem Handarbeitsanteil und sparsamstem Einsatz von Düngemitteln und (nützlingsschonenden) Pflanzenschutzmitteln. Wohlschmeckende und bekömmliche Weine sind das Ergebnis großer Liebe zu Rebe, Wein und Beruf und kompetentem Umgang mit den Ressourcen des Naturraumes.

Die Riesling- Weine sind im gleichen Weinberg  bei 200-250 m NN gewachsen. Diese Anlage hat eine Hangsteigung von 43% und eine Exposition zur Sonne von SSO und wurde 2002 nach Flurbereinigung gepflanzt. Das Pflanzmaterial ist eine bunte Mischung aus verschiedenen Riesling - Klonen aus fast allen Deutschen Weinanbaugebieten und „alte Reben“. Damit will ich für die Zukunft wieder einen Genpool sichern da die wurzelechten, autochthonen Riesling Reben nach der Flurbereinigung nicht mehr angebaut werden dürfen.

Unser Blauer Spätburgunder (Pinot noir) und der Weißburgunder wachsen im Meddersheimer Rheingrafenberg im Hang in 180-200m NN. Kiesiger, sandiger Lehmboden gibt ihm Kraft für eine lange Vegetationsperiode. Sehr reife Jahrgänge werden in großen (1200 l) und kleinen (300 l) Eichenholzfässern ausgebaut.  Im Boden dieser Lage entwickelt die Sorte deutliche Düfte nach Schwarzen Johannisbeeren sowie anderen Beerenfrüchten. 

 
 
 
 

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